Stop Cargo Cult!

27. Mai 2020
Daniel Kreiseder

Nicht nur in der Software Entwicklung sehen wir oft alteingesessene Arbeitsweisen und Vorgänge, die nur gemacht werden, weil sie halt schon immer so gemacht wurden. Das ist erstmal prima, weil es bleibt alles wie gewohnt und es ist ja best practice. Und bewährt. Meist über Jahrzehnte.

Da geht’s jetzt nicht so sehr um Entwurfsmuster – also so eine Art Blaupausen, die quasi mit Musterlösungen immer wiederkehrende, gleiche Probleme effektiv lösen. Das mag für viele softwaretechnische Lösungen durchaus ok sein, vorausgesetzt das Umfeld bleibt gleich und die Lösung passt zum Problem. Tut es halt in der Realität oft nicht.

Mit alten Lösungen veränderte Anforderungen abzudecken wird dann schon sehr schwierig. Da wird schnell aus dem „copy paste happy“ ein „copy paste unhappy“.

„Aber wir haben das doch immer so gemacht!“ ist dafür der passende Stehsatz. Man bleibt stehen, Weiterentwicklung null. Genau das ist ein Hauptgrund für die verschlafenene Digitalisierung. Man versucht mit dem gleichen alten Lösungsansatz ganz andere Probleme zu lösen.

Wenn man sich dann eingesteht, doch etwas ändern zu müssen, greift man gern zu ’safe bets‘ – weit verbreitete Vorgehensmodelle oder Standardlösungen – optimalerweise sauteuer in der Einführung. Das muss ja dann funktionieren – andere machen das seit Jahren so – da funktionierts doch auch – und hey – wenn das so teuer ist, muss es helfen! Ui – copy paste very very unhappy.

Es gibt sogar einen Fachbegriff für diese ganze Misere: Cargo Cult.

Die Kunst ist aber: die geänderte Problemstellung zu erkennen und verstehen. Da gehört die Energie hin, dann sind dich Chancen weitaus höher, die richtige Lösung zu finden und nicht irgendeine falsche Alibilösung. Ist auch billiger.

Stop Cargo Cult!

stop cargo cuult